Bildungs- und Erziehungsziele
"Der Bildungs- und Erziehungsplan definiert fünf Visionen, die als zentral für kindliche Bildung und Erziehung von Geburt bis Ende der Grundschulzeit (und darüber hinaus) betrachtet werden können („starke Kinder“, „kommunikationsfreudige und medienkompetente Kinder“, „kreative, fantasievolle und künstlerische Kinder“, „lernende, forschende und entdeckungsfreudige Kinder“ und „verantwortungsvoll und wertorientiert handelnde Kinder“)."
BEP, S. 13
Die Visionen beschreiben, in welchen Bereichen wir die Kinder unterstützen möchten, damit sie ihr volles Potential entfalten können. Zu jedem dieser Bereiche gibt es Bildungs- und Erziehungsziele. Sie machen sichtbar, was die Kinder erreichen können, wenn wir ihre Kompetenzen (vor allem die Basiskompetenzen) stärken. Dabei können wir alltagsintegriert an den Interessen und Stärken der Kinder ansetzen.
Beispiel
Bildungs- und Erziehungsziele numerischer Bereich (BEP, S. 76): In der Kita möchten ein paar Kinder wissen, wie groß sie sind. Das können Sie mit Blick auf die Ziele aufgreifen: Wie können wir das messen? Was bedeuten die Zahlen? Welche Zahl ist größer? Welche Maßeinheit ist das? Welche Maßeinheiten gibt es noch? Auch in der Schule können wir aufmerksam sein: Welche Fragen haben die Kinder gerade? Welche Ziele stecken darin? Wie können wir das Schulfach mit der Lebenswelt der Kinder verbinden?
Egal ob beim Spielen, bei Fragen der Kinder oder im pädagogischen Alltag – in allen Aktivitäten der Kinder stecken Anteile der Bildungs- und Erziehungsziele. Das Wissen über diese Ziele können wir nutzen, um die Kinder alltagsintegriert bei dem Erwerb dieser Kompetenzen zu unterstützen. In der Schule können wir einen ganzheitlichen Blick auf das Lernen haben und z.B. sehen, dass viele der Bildungs- und Erziehungsziele fächerübergreifend unterstützt werden können.
Weiterlesen
- BEP, ab S. 56
Videos zum Thema
folgt
BEP-Lupen
Folgende BEP-Lupen könnten für die Auseinandersetzung mit Ko-Konstruktion hilfreich sein. Ko-Konstruktion gehört zu den Grundsätzen und Prinzipien des BEP und spielt bei allen Bildungs- und Erziehungsprozessen eine fundamentale Rolle. Daher bildet die Ko-Konstruktion auch in allen anderen BEP-Lupen, die hier nicht aufgeführt sind, eine der Grundlagen.
Da die Themen und auch damit die Grundsätze und Prinzipien des BEP alle ineinandergreifen, tauchen die BEP-Lupen mehrmals unter verschiedenen Themen auf. Es kommen immer wieder neue BEP-Lupen dazu! Schauen Sie also gerne öfter hier vorbei.
- Alltagskompetenzen (QSV-BEP-Lupe)
- Beziehungsvolle Pflege im Fokus (QSV-BEP-Lupe)
- Bildungssprachliche Lernprozesse von Kindern anregen (BEP-Fortbildungslupe)
- Bildungssprachliche Lernprozesse: Sprachvorbild sein (BEP-Fortbildungslupe)
- Entdecken, Forschen, Experimentieren (BEP-Fortbildungslupe)
- Herausforderndem Verhalten von Kindern professionell begegnen (BEP-Fortbildungslupe)
- Interaktionsqualität (BEP-Fortbildungslupe)
- Interaktionsqualität - Emotionale Unterstützung – positives Klima (BEP-Fortbildungslupe)
- Interaktionsqualität - Kinder mit Fluchterfahrung (BEP-Fortbildungslupe)
- Interaktionsqualität - Lernunterstützung (BEP-Fortbildungslupe)
- Interaktionsqualität - Organisation der Lernumgebung (BEP-Fortbildungslupe)
- Lernprozesse (BEP-Fortbildungslupe)
- Raumgestaltung für die Jüngsten (BEP-Fortbildungslupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
- Spielkompetenz entfalten - von Anfang an (BEP-Fortbildungslupe)
- Sprach- und Literacykompetenzen (QSV-BEP-Lupe)
- Vielfalt leben! Entwicklungsangemessen unterstützen (BEP-Fortbildungslupe)
- Vielfalt leben! Ko-Konstruktion - gemeinsames Spielen und Lernen aller Kinder (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation - Beobachten als Impulsgeber für das päd. Konzept (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation - Beobachten als Impulsgeber für die Entwicklung des Kindes (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation - Grundsätze der Dokumentation (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation - Lerngeschichten (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation - Portfolio und Lerngeschichten (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation - Reflexion des vorhandenen Beobachtungskonzepts (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation - Voraussetzung für gelingende Beobachtung (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation - Zusammenarbeit mit Familien (BEP-Fortbildungslupe)
- Beobachtung und Dokumentation – Beobachten als Impulsgeber für die Selbstreflexion (BEP-Fortbildungslupe)
- Dokumentation in der Schule - Learning story und Lernidentität (BEP-Fortbildungslupe)
- Dokumentation in der Schule - Ressourcenorientierter Blick in der Portfoliopraxis (BEP-Fortbildungslupe)
- Dokumentation in der Schule – Dokumentation im schulischen Förderunterricht (DAZ) (BEP-Fortbildungslupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
- alle neun BEP-Fortbildungslupen zum Thema Beobachtung und Dokumentation
- alle vier BEP-Fortbildungslupen zum Thema Beobachtung und Dokumentation in der Schule
- Beobachten und Dokumentieren (QSV-BEP-Lupe)
Der BEP definiert fünf Versionen denen exemplarisch einzelne Lernfelder zugeordnet werden. Alle genannten Lernfelder sind ineinandergreifend und führen zu einer Stärkung aller Visionen.
Zu folgenden Lernfeldern gibt es schon BEP-Lupen:
→ Starke Kinder: individuumsbezogene Basiskompetenzen stärken, Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext, Gesundheit, Bewegung und Sport, Lebenspraxis
→ Kommunikationsfreudige und medienkompetente Kinder: Sprache und Literacy, Medien
→ Kreative, fantasievolle und künstlerische Kinder: Bildnerische und darstellende Kunst bzw. Kreativität, Musik und Tanz
→ Lernende, forschende und entdeckungsfreudige Kinder: MINT
→ Verantwortungsvoll und werteorientiert handelnde Kinder: Religiosität und Werteorientierung bzw. vorurteilsbewusste Haltung, Demokratie und Politik
Sie fragen sich, was BEP-Lupen sind? Und welche es gibt?
Informationen zu den BEP-Lupen und viele weitere BEP-Lupen finden Sie hier.
BEP-ABC
Bei den aufgeführten Begriffen wird auch auf den BEP und seine Handreichungen verwiesen. Im BEP greifen jedoch alle Grundsätze und Prinzipien ineinander, daher sind diese Verweise als Beispiele zu verstehen. Im BEP-ABC können Sie alle ausgewählten wichtige Begriffe des BEP und der BEP-Handreichungen nachlesen.
Alltagsintegrierte Bildung bedeutet, dass die Bildungs- und Erziehungsprozesse auch im Alltag, d.h. in den alltäglichen Abläufen in der Kindertagespflege, in Krippen/Kitas und Grundschulen stattfinden. Projekte zu verschiedenen Themen können Spaß machen und natürlich eine Bereicherung für die Kinder sein. Aber worauf es am meisten ankommt, ist der Alltag. Der pädagogische Alltag bietet optimale Lernmöglichkeiten in allen Bereichen, denn Lernen findet den ganzen Tag statt, beim Spielen, in Dialogen, durch Fragen und durch alltägliche Erfahrungen. In den alltäglichen Abläufen gibt es daher viele Möglichkeiten für Sprachanlässe und für die gezielte Unterstützung der Kinder in ihrer Entwicklung. Werden sie in den Alltag integriert, können sie auch flexibel an den Interessen der Kinder ansetzen. Die alltagsintegrierte Bildung geht Hand in Hand mit der formalen Bildung.
Die Bildungsbiografie beschreibt die Entwicklung, die das Kind in seiner Bildung und damit in seinem Lernen durchläuft. Das betrifft, welche Bildungsorte das Kind besucht und was es im Verlauf dieser Jahre lernt. Die Bildungsbiografie setzt sich dann in der weiterführenden Schule und in der Ausbildung bzw. im Studium usw. fort. Der BEP zielt darauf ab, jedem einzelnen Kind die individuelle Unterstützung zu bieten und es so für das Leben zu stärken, damit es die besten Chancen hat, seine Bildungsbiografie erfolgreich zu gestalten und sich selbst zu verwirklichen.
Das ganzheitliche Bildungsverständnis betrachtet jedes einzelne individuelle Kind mit allem, was ein Kind als Person, seiner Geschichte sowie seinen Stärken, Fähigkeiten und Entwicklungsstand mitbringt. Das bedeutet auch, dass Lernen und Bildung in dem großen Geschehen des Lebens betrachtet werden. Dabei stehen der Kompetenzerwerb und die Stärkung der Kompetenzen im Mittelpunkt. Alle Kompetenzen greifen beim Lernen und in der Entwicklung eines Kindes ineinander.
Ein Lernprozess beschreibt den Weg und das, was bis zum gesetzten Ziel auf diesem Weg gelernt wird. Je nachdem, was gelernt wird, kann ein Lernprozess eine kurze Zeit oder mehrere Jahre dauern. Dabei sind auch mehrere kleine Lernprozesse und Ziele enthalten. (Siehe auch Kapitel zum Thema Bildungs- und Erziehungsprozesse sowie die kurze Erläuterung dazu im BEP-ABC)