Widerstandsfähigkeit (Resilienz)
"Resilienz bezeichnet die Fähigkeit des Kindes, seine personalen und seine sozialen Kompetenzen und Ressourcen erfolgreich zu nutzen, um schwierigen Lebensumständen zu trotzen und kritische Ereignisse und Risikobedingungen erfolgreich zu bewältigen."
BEP, S. 44
Ist ein Kind resilient, d.h. widerstandsfähig, kann es Veränderungen und kleine wie große Belastungen als Herausforderungen begreifen und meistern. Es kann dabei seine Kräfte nutzen, auf die eigenen Fähigkeiten vertrauen und es weiß, wie es sich Hilfe holen kann. Dazu braucht das Kind sichere Beziehungen zu den Eltern und positive Beziehungen in
seinem Umfeld sowie mit anderen Kindern. Auch wir als Fach- und Lehrkräfte stärken das Kind, indem wir ihm verlässliche und vertrauensvolle Bezugspersonen sind. Wenn wir die Kinder in ihren individuumsbezogenen und sozialen Kompetenzen stärken, stärken wir auch ihre Resilienz.
Beispiel
Manche Kinder zeigen ihren Stress lautstark, andere ziehen sich zurück. Eine feinfühlige Beobachtung ist wichtig. Gibt es Veränderungen im Leben des Kindes? Bewältigt es gerade einen Übergang? Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie Eltern kann für die Einordnung helfen. Zeigen Sie dem Kind: „Ich bin für dich da.“ Sie können das Kind darin unterstützen, herauszufinden, was es fühlt und was es in der Situation braucht. In der Klasse können Sie das Thema z.B. auch allgemein aufgreifen: „Kennt ihr Stress? Wie fühlt sich das an? Was macht ihr dann?“
Weiß ein Kind, dass es selbst zur Lösung und Bewältigung beigetragen hat und wie, kann es gestärkt aus der Situation gehen: „Das habe ich geschafft!“ Das bestärkt für künftige Bewältigungsstrategien und für die Herausforderungen einer noch unbekannten Zukunft. Dazu können wir in der Klasse oder in der Gruppe eine Gemeinschaft stärken, die einander unterstützt und auffängt.
Weiterlesen
- BEP, S. 26, 41 - 44
- U3-Handreichung, S. 70 - 79
Videos zum Thema
folgt
BEP-Lupen
Folgende BEP-Lupen könnten für die Auseinandersetzung mit Ko-Konstruktion hilfreich sein. Ko-Konstruktion gehört zu den Grundsätzen und Prinzipien des BEP und spielt bei allen Bildungs- und Erziehungsprozessen eine fundamentale Rolle. Daher bildet die Ko-Konstruktion auch in allen anderen BEP-Lupen, die hier nicht aufgeführt sind, eine der Grundlagen.
Da die Themen und auch damit die Grundsätze und Prinzipien des BEP alle ineinandergreifen, tauchen die BEP-Lupen mehrmals unter verschiedenen Themen auf. Es kommen immer wieder neue BEP-Lupen dazu! Schauen Sie also gerne öfter hier vorbei.
- Kinder mit Fluchterfahrung - Bindung (IFP-BEP-Lupe)
- Kinder mit Fluchterfahrung - Resilienz und Trauma (IFP-BEP-Lupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
- Alltagskompetenzen (QSV-BEP-Lupe)
- Beziehungsvolle Pflege im Fokus (QSV-BEP-Lupe)
- Das musikalische Spiel (BEP-Fortbildungslupe)
- Entspannung (BEP-Fortbildungslupe)
- Familienkulturen: Kinder in ihrer Identität stärken (IFP-BEP-Lupe)
- Interaktionsqualität - Emotionale Unterstützung – positives Klima (BEP-Fortbildungslupe)
- interkulturelle Kompetenzen der Kinder (IFP-BEP-Lupe)
- Kinder mit Fluchterfahrung - Alltagskompetenzen (IFP-BEP-Lupe)
- Kreativität - Möglichkeit der ko-konstruktiven Problemlösung (BEP-Fortbildungslupe)
- Partizipation und Beschwerde (BEP-Fortbildungslupe)
- Positives Selbstkonzept (BEP-Fortbildungslupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
- Sensitive Responsivität - feinfühliges Reagieren (BEP-Fortbildungslupe)
- Soziale und emotionale Kompetenzen (QSV-BEP-Lupe)
- Spielkompetenz entfalten - von Anfang an (BEP-Fortbildungslupe)
- Verbale Grenzüberschreitungen vermeiden (BEP-Fortbildungslupe)
- Vielfalt leben! Entwicklungsangemessen unterstützen (BEP-Fortbildungslupe)
- Vielfalt leben! Ko-Konstruktion - gemeinsames Spielen und Lernen aller Kinder (BEP-Fortbildungslupe)
- Herausforderndem Verhalten von Kindern professionell begegnen (BEP-Fortbildungslupe)
- interkulturelle Kompetenzen der Kinder (IFP-BEP-Lupe)
- Medienbildung - soziale Beziehungen (IFP-BEP-Lupe)
- Reflexion der vorurteilsbewussten Haltung (IFP-BEP-Lupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
- Soziale und emotionale Kompetenzen (QSV-BEP-Lupe)
- Spielkompetenz entfalten - von Anfang an (BEP-Fortbildungslupe)
- Vielfalt leben! Ko-Konstruktion - gemeinsames Spielen und Lernen aller Kinder (BEP-Fortbildungslupe)
- Entdecken, Forschen, Experimentieren (BEP-Fortbildungslupe)
- Interaktionsqualität - Lernunterstützung (BEP-Fortbildungslupe)
- Interaktionsqualität - Organisation der Lernumgebung (BEP-Fortbildungslupe)
- Kinder in ihren kreativen Prozessen stärken (BEP-Fortbildungslupe)
- Kreativität - Möglichkeit der ko-konstruktiven Problemlösung (BEP-Fortbildungslupe)
- Lernmethodische Kompetenzen (QSV-BEP-Lupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
- Spielkompetenz entfalten - von Anfang an (BEP-Fortbildungslupe)
Sie fragen sich, was BEP-Lupen sind? Und welche es gibt?
Informationen zu den BEP-Lupen und viele weitere BEP-Lupen finden Sie hier.
Passende BEP-Impulse für die Schule
BEP-ABC
Bei den aufgeführten Begriffen wird auch auf den BEP und seine Handreichungen verwiesen. Im BEP greifen jedoch alle Grundsätze und Prinzipien ineinander, daher sind diese Verweise als Beispiele zu verstehen. Im BEP-ABC können Sie alle ausgewählten wichtige Begriffe des BEP und der BEP-Handreichungen nachlesen.
Der erste Bildungsort der Kinder ist die Familie und ist besonders wichtig. Daher legt der BEP großen Wert auf die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen dem Bildungsort und der Familie. Es ist eine wertschätzende Partnerschaft auf Augenhöhe. Eine solche Partnerschaft ist geprägt von dem Ziel, das Kind bestmöglich zu unterstützen. (BEP, S. 108; U3-Handr., S. 81; QSV-Handr., ab S. 28)
Der BEP steht für die Überzeugung, dass Lernen nur erfolgreich stattfinden kann, wenn das Kind sich wohlfühlt und es den Zuspruch seiner Bezugspersonen erhält. Auch Fach- und Lehrkräfte sind wichtige Bezugspersonen, die dem Kind eine verlässliche und vertrauensvolle Beziehung zu ihnen ermöglichen können. Über eine solche positive Beziehung können die Kinder eine Bindung zu den Bezugspersonen aufbauen, die es ihnen ermöglicht, sich frei zu entfalten und ihre Fähigkeiten sowie Kompetenzen zu nutzen und stetig weiterzuentwickeln. (BEP, S. 26/27; U3-Handr., ab S. 17)
Feinfühlig mit Kindern umgehen, bedeutet, mit den Gefühlen, Bedürfnissen und Sichtweisen der Kinder sensibel, wertschätzend und verständnisvoll umzugehen. Dazu gehört, sich in die Kinder hineinzuversetzen und die Welt aus der Perspektive der Kinder zu betrachten. Dazu gehört auch, herausforderndes Verhalten von Kindern anzunehmen. Daher fragen wir uns bei allen Situationen: Wie erlebt das Kind gerade die Situation? Welche Bedürfnisse oder auch unerfüllten Bedürfnisse stecken dahinter? Was möchte das Kind ausdrücken? Was braucht das Kind? Wie kann ich das Kind unterstützen, begleiten und stärken? Wie kann ich jedes Gefühl, das das Kind zeigt, annehmen und sensibel darauf reagieren? (BEP, S. 32/33; U3-Handr., ab S. 17)
Lesen Sie dazu das Kapitel individuumsbezogene Kompetenzen sowie im BEP-ABC.