Kompetenzen stärken

"Der BEP in Hessen vertritt ein Verständnis von Lernen, das über Wissensaneignung hinausgeht und definiert Lernen als aktive und kooperative Form der Wissenskonstruktion und des Kompetenzerwerbs."

BEP, S. 13

Kaum sind wir auf der Welt, fangen wir schon in einer rasanten Geschwindigkeit an zu lernen. Wir lernen unser ganzes Leben lang. Dabei können wir nicht auf alles und jede Situation vorbereitet sein: Wir erleben neue Situationen, begegnen neuen Herausforderungen und wir lernen Dinge dazu, die wir vorher noch nicht konnten oder noch nicht wussten. Wie machen wir das? Wir nutzen unsere Kompetenzen, d.h. wir verbinden unser Können und unser bestehendes Wissen und übertragen es, um Ideen und Vorhaben umzusetzen, uns in Situationen zurecht zu finden und Probleme sowie Fragen zu lösen. So haben wir Sicherheit in dem, was wir tun, aber wir lernen auch dazu und erweitern unsere Kompetenzen sowie unser Wissen. Kompetenzen zu haben bedeutet also so viel mehr, als nur Fakten zu wissen.

Beispiel

Wenn Kinder eine Frage haben, ist der Weg zur Lösung besonders wichtig. Hier können verschiedene Kompetenzen gestärkt werden: Zusammenarbeit mit anderen (Kooperation), bestehendes Wissen abrufen und für mögliche Lösungswege nutzen, Ideen planen, umsetzen und überprüfen.

Für das Lernen von Kompetenzen spielt die Ko-Konstruktion eine wichtige Rolle. Die Kompetenzen der Kinder stärken bedeutet, dass die Kinder Wissen im aktiven Tun anwenden und lernen, wie sie Wissen einsetzen. Dabei bilden die individuumsbezogenen und sozialen Basiskompetenzen, die lernmethodische Kompetenz und Resilienz die Grundlage. Das klingt vielleicht kompliziert, ist es aber zum Glück nicht. Lesen Sie dazu die nächsten Kapitel, um zu erfahren, was sich hinter diesen Kompetenzen verbirgt.

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Folgende BEP-Lupen könnten für die Auseinandersetzung mit Ko-Konstruktion hilfreich sein. Ko-Konstruktion gehört zu den Grundsätzen und Prinzipien des BEP und spielt bei allen Bildungs- und Erziehungsprozessen eine fundamentale Rolle. Daher bildet die Ko-Konstruktion auch in allen anderen BEP-Lupen, die hier nicht aufgeführt sind, eine der Grundlagen.

Da die Themen und auch damit die Grundsätze und Prinzipien des BEP alle ineinandergreifen, tauchen die BEP-Lupen mehrmals unter verschiedenen Themen auf.  Es kommen immer wieder neue BEP-Lupen dazu! Schauen Sie also gerne öfter hier vorbei.

Sie fragen sich, was BEP-Lupen sind? Und welche es gibt?
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Bei den aufgeführten Begriffen wird auch auf den BEP und seine Handreichungen verwiesen. Im BEP greifen jedoch alle Grundsätze und Prinzipien ineinander, daher sind diese Verweise als Beispiele zu verstehen.  Im BEP-ABC können Sie alle ausgewählten wichtige Begriffe des BEP und der BEP-Handreichungen nachlesen.

Die Basiskompetenzen bilden die Grundlage für den Kompetenzerwerb und für den Wissenserwerb. Zu den Basiskompetenzen zählen die individuumsbezogenen Kompetenzen, die Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext, die lernmethodischen Kompetenzen und die Widerstandsfähigkeit (Resilienz). (Siehe auch das Kapitel zum Thema Widerstandsfähigkeit)

Der Begriff Ko-Konstruktion besteht aus Ko = zusammen/gemeinsam und Konstruktion = Konstruieren/Bilden/Zusammensetzen. Beim Lernen verbinden wir unsere Fähigkeiten, unsere Wahrnehmung und unser Wissen. Wir lernen mit Freude, wenn wir es wirklich verstehen und es eine Bedeutung für uns hat. Das gelingt, wenn wir mit anderen unsere Ideen austauschen, die Ideen und Perspektiven anderer kennenlernen und unser Wissen zusammenführen. Dadurch lernen wir miteinander und voneinander – wir ko-konstruieren. Indem wir gemeinsam die Bedeutung der Dinge erforschen, lernen wir am besten und am nachhaltigsten – das ist die Überzeugung des BEP. (Siehe auch das Kapitel zum Thema Ko-Konstruktion)

Wir hören nie auf zu lernen. Die Stärkung der Kompetenzen besonders in den ersten 10 - 12 Lebensjahren stärkt gleichzeitig für die Bildungs- und Lernprozesse im gesamten Leben. (BEP, S. 24)

Indem wir zusammen lernen, d.h. Ideen und Sichtweisen austauschen und die anderer kennenlernen, gemeinsam Lösungswege ausprobieren und uns gegenseitig unterstützen, können wir eine Lernende Gemeinschaft bilden. Dazu gehört auch, dass Fehler gemacht werden dürfen und dass wir mit Fehlern wertschätzend umgehen. Wir lernen aber nicht nur bei konkreten Lerngegenständen voneinander. Wir lernen auch durch unsere Unterschiedlichkeiten voneinander, sei es durch unsere verschiedenen Persönlichkeiten, unseren kulturellen Hintergrund und unsere unterschiedlichen Stärken und auch Schwächen. In der Gruppe und in der Klasse können wir diese Lernende Gemeinschaft stärken. Aber auch im Team und Kollegium sowie mit Eltern können wir gemeinsam für eine Lernende Gemeinschaft sorgen.

„Kinder lernen am besten und sind am kreativsten, wenn sie sich wohlfühlen und mit Freude lernen.“ (BEP, ab S. 27) Kinder brauchen zum Lernen Wiederholungen und den Freiraum, zu entdecken, zu forschen und Fehler machen zu dürfen. Die im Kindesalter erworbenen Kompetenzen sind die wichtigsten Grundlagen für lebenslanges Lernen.

Nachhaltig bedeutet, dass das Gelernte nicht schnell wieder vergessen wird, sondern fest in unser Wissen und Können integriert wird. Kinder lernen nachhaltig was sie interessiert und was eine Bedeutung für sie und ihre Lebenswelt hat. Dann können Kinder ehrgeizig sein, auch wenn es einmal anstrengend wird. (BEP, S. 27 – 29, S. ab 89)

Spielen ist die elementare Form des Lernens, d.h. es ist die Grundlage des Lernens. Spielen hat daher für das Lernen und die Entwicklung eine große Bedeutung und bietet viele Möglichkeiten an Lernprozessen. (BEP, S. 30 – 31)