Handeln im sozialen Kontext
"Dazu zählen Kompetenzen, die das Kind benötigt, um Anforderungen für die Interaktion zwischen Menschen in unterschiedlichen Kontexten zu erfüllen. Sie sind die Voraussetzung dafür, soziale Beziehungen einzugehen und positiv zu gestalten, indem man verantwortungsbewusst, einfühlsam und rücksichtsvoll mit anderen umgeht."
BEP, S. 42
Immer wenn wir mit Menschen in Kontakt kommen, uns unterhalten, absprechen, miteinander diskutieren und lachen oder auch streiten, nutzen wir unsere sozialen Kompetenzen. Beim Spielen üben sich die Kinder automatisch darin zu kooperieren, sich abzusprechen und zu verhandeln. Dass es da auch zu Konflikten kommt, ist ganz normal. Konflikte lösen zu können, ist auch eine wichtige Kompetenz. Es bestärkt, dass man eine Lösung finden, sich entschuldigen und wieder vertragen kann. Wenn nötig, können wir die Kinder darin feinfühlig begleiten. Indem wir mit den Kindern immer respektvoll umgehen, uns für die verschiedenen Sichtweisen der Kinder interessieren und feinfühlig auf ihre Gefühle eingehen, können wir ein gutes Vorbild sein, von dem die Kinder viel lernen.
Beispiel
Kinder haben einen Sinn für Gerechtigkeit. Man kann schon früh damit beginnen, gemeinsam Regeln für ein schönes Zusammenleben zu entwickeln, z.B. ausreden lassen, freundlich sagen, was man möchte, die Sichtweisen von anderen anerkennen und Rücksicht nehmen. Damit übernehmen sie Verantwortung für ihr Handeln.
Wir können mit den Kindern die Bedeutung von Situationen und des eigenen Handelns erforschen: Was ist das für eine Situation? Wie kann ich mich verhalten? Die Verantwortung des eigenen Handelns bezieht sich auf Menschen, aber auch auf die Umwelt und die Natur.
Weiterlesen
- BEP, S. 42, 57 - 59
- U3-Handreichung, ab S. 23
- QSV-Handreichung, ab S. 138
Videos zum Thema
folgt
BEP-Lupen
Folgende BEP-Lupen könnten für die Auseinandersetzung mit Ko-Konstruktion hilfreich sein. Ko-Konstruktion gehört zu den Grundsätzen und Prinzipien des BEP und spielt bei allen Bildungs- und Erziehungsprozessen eine fundamentale Rolle. Daher bildet die Ko-Konstruktion auch in allen anderen BEP-Lupen, die hier nicht aufgeführt sind, eine der Grundlagen.
Da die Themen und auch damit die Grundsätze und Prinzipien des BEP alle ineinandergreifen, tauchen die BEP-Lupen mehrmals unter verschiedenen Themen auf. Es kommen immer wieder neue BEP-Lupen dazu! Schauen Sie also gerne öfter hier vorbei.
- Herausforderndem Verhalten von Kindern professionell begegnen (BEP-Fortbildungslupe)
- interkulturelle Kompetenzen der Kinder (IFP-BEP-Lupe)
- Medienbildung - soziale Beziehungen (IFP-BEP-Lupe)
- Reflexion der vorurteilsbewussten Haltung (IFP-BEP-Lupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
- Soziale und emotionale Kompetenzen (QSV-BEP-Lupe)
- Spielkompetenz entfalten - von Anfang an (BEP-Fortbildungslupe)
- Vielfalt leben! Ko-Konstruktion - gemeinsames Spielen und Lernen aller Kinder (BEP-Fortbildungslupe)
- Beziehungsvolle Pflege im Fokus (QSV-BEP-Lupe)
- Herausforderndem Verhalten von Kindern professionell begegnen (BEP-Fortbildungslupe)
- Interaktionsqualität (BEP-Fortbildungslupe)
- Interaktionsqualität - Emotionale Unterstützung – positives Klima (BEP-Fortbildungslupe)
- Kinder mit Fluchterfahrung - Bindung (IFP-BEP-Lupe)
- Kinder mit Fluchterfahrung - Resilienz und Trauma (IFP-BEP-Lupe)
- Partizipation und Beschwerde (BEP-Fortbildungslupe)
- Positives Selbstkonzept (BEP-Fortbildungslupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
- Sensitive Responsivität - feinfühliges Reagieren (BEP-Fortbildungslupe)
- Verbale Grenzüberschreitungen erkennen (BEP-Fortbildungslupe)
- Verbale Grenzüberschreitungen vermeiden (BEP-Fortbildungslupe)
- Familienkulturen: Bildungspartnerschaft (IFP-BEP-Lupe)
- Familienkulturen: Kinder in ihrer Identität stärken (IFP-BEP-Lupe)
- interkulturelle Kompetenzen der Kinder (IFP-BEP-Lupe)
- Mehrsprachigkeit (weiter-)entwickeln (BEP-Fortbildungslupe)
- Mehrsprachigkeit wertschätzen (BEP-Fortbildungslupe)
- Reflexion der vorurteilsbewussten Haltung (IFP-BEP-Lupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
- Alltagskompetenzen (QSV-BEP-Lupe)
- Beziehungsvolle Pflege im Fokus (QSV-BEP-Lupe)
- Kinder mit Fluchterfahrung - Alltagskompetenzen (IFP-BEP-Lupe)
- Kinderrechte und Partizipation (BEP-Fortbildungslupe)
- Partizipation in den ersten drei Lebensjahren (BEP-Fortbildungslupe)
- Partizipation und Beschwerde (BEP-Fortbildungslupe)
- Selbstbestimmter Umgang mit Medien (IFP-BEP-Lupe)
- Vielfalt leben! Ko-Konstruktion - gemeinsames Spielen und Lernen aller Kinder (BEP-Fortbildungslupe)
Sie fragen sich, was BEP-Lupen sind? Und welche es gibt?
Informationen zu den BEP-Lupen und viele weitere BEP-Lupen finden Sie hier.
Passende BEP-Impulse für die Schule
BEP-ABC
Bei den aufgeführten Begriffen wird auch auf den BEP und seine Handreichungen verwiesen. Im BEP greifen jedoch alle Grundsätze und Prinzipien ineinander, daher sind diese Verweise als Beispiele zu verstehen. Im BEP-ABC können Sie alle ausgewählten wichtige Begriffe des BEP und der BEP-Handreichungen nachlesen.
Die Basiskompetenzen bilden die Grundlage für den Kompetenzerwerb und für den Wissenserwerb. Zu den Basiskompetenzen zählen die individuumsbezogenen Kompetenzen, die Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext, die lernmethodischen Kompetenzen und die Widerstandsfähigkeit (Resilienz). (Siehe auch S. 13 – 20)
Das Demokratieprinzip steht dafür, dass Demokratie in allen Bereichen des pädagogischen Alltags gelebt wird. Das bedeutet, dass wir uns alle, egal ob im Team oder Kollegium, mit Kindern oder mit Eltern wertschätzend und auf Augenhöhe respektvoll begegnen. Wir erkennen an, dass alle Menschen Stärken haben, die sie einbringen, und wir setzen uns dafür ein, dass alle gehört werden und alle beteiligt werden. Ziel ist, dass sich alle in der Gemeinschaft wohlfühlen. (BEP, S. 32; S. 106 ff.)
Feinfühlig mit Kindern umgehen, bedeutet, mit den Gefühlen, Bedürfnissen und Sichtweisen der Kinder sensibel, wertschätzend und verständnisvoll umzugehen. Dazu gehört, sich in die Kinder hineinzuversetzen und die Welt aus der Perspektive der Kinder zu betrachten. Dazu gehört auch, herausforderndes Verhalten von Kindern anzunehmen. Daher fragen wir uns bei allen Situationen: Wie erlebt das Kind gerade die Situation? Welche Bedürfnisse oder auch unerfüllten Bedürfnisse stecken dahinter? Was möchte das Kind ausdrücken? Was braucht das Kind? Wie kann ich das Kind unterstützen, begleiten und stärken? Wie kann ich jedes Gefühl, das das Kind zeigt, annehmen und sensibel darauf reagieren? (BEP, S. 32/33; U3-Handr., ab S. 17)
Dadurch, dass wir als Erwachsene mehr Erfahrungen haben, mehr wissen, größer und stärker sind, haben wir automatisch mehr Macht als Kinder. Diese Macht können wir positiv nutzen, indem wir feinfühlig mit den Kindern umgehen: Uns in Kinder hineinversetzen, ihre Bedürfnisse erkennen und verstehen, ihre Meinung und Sichtweisen ernst nehmen, sie ermutigen sowie bestärken und Bildungs- und Erziehungs- prozesse so gestalten, dass sich die Kinder entfalten können. Hinzu kommt, dass wir eine Verantwortung für Kinder tragen und natürlich auch Entscheidungen für die Kinder treffen müssen, um sie zu schützen. Tun wir das auf Augenhöhe, lassen die Kinder mitbestimmen und beteiligen sie, können wir auch hier die Beziehung zu den Kindern wertschätzend gestalten.
Spielen ist die elementare Form des Lernens, d.h. es ist die Grundlage des Lernens. Spielen hat daher für das Lernen und die Entwicklung eine große Bedeutung und bietet viele Möglichkeiten an Lernprozessen. (BEP, S. 30 – 31)